Fleischer Nahrungs Gastgewerbe

Berufsschulunterricht im Bildungsgang

Fleischerin/Fleischer

Um sich für diesen Bildungsgang an unserer Schule anmelden zu können, benötigen Sie einen entsprechenden Ausbildungsplatz. Sie haben sich also vorher in einer Fleischerei, Fleischabteilung eines Supermarktes oder in einem Schlachtbetrieb um einen Ausbildungsplatz beworben und ihn erhalten. Mit Beginn dieser Ausbildung sind Sie bei uns richtig.

Die meisten Berufe werden in Deutschland nach dem Prinzip des dualen Systems ausgebildet. Das bedeutet, dass der Betrieb den praktischen Teil der Ausbildung übernimmt und die Berufsschule sich für die Vermittlung des theoretischen Hintergrunds verantwortlich zeichnet.

Zum Bildungsauftrag gehört allerdings nicht nur berufsbildender Unterricht, sondern auch Unterricht in sogenannten allgemeinbildenden Fächern wie z.B. Deutsch, Politik, Sport, Religion oder Fremdsprachen.

Der berufsbildende Unterricht wird seit einigen Jahren in sogenannten Lernfeldern unterrichtet. Diese Lernfelder sind im Rahmenlehrplan des Kultusministeriums vorgegeben und werden zur Umsetzung in den Schulen durch Entwicklung von Lernsituationen individuell inhaltlich geprägt.

Diese Lernsituationen sollen dem beruflichen oder persönlichen Alltag der Auszubildenden möglichst nahe kommen und können sich von Jahr zu Jahr unterscheiden. Wesentliche Inhalte der Ausbildung entsprechen aber immer den vorgeschriebenen Standards nach den Vorgaben der Rahmenlehrpläne.

Für den Beruf Fleischerin / Fleischer sind folgende Lernfelder vorgegeben:

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Fleischerin / Fleischer
Lernfelder
Nr.:
Titel des Lernfeldes Zeitrichwert in Unterrichtsstunden
1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 Einführen einer neuen Mitarbeiterin/eines neuen Mitarbeiters 60    
2 Beurteilen und Zerlegen von Schwein und Lamm 80    
3 Herstellen von Hackfleisch 40    
4 Herstellen von küchenfertigen Erzeugnissen 60    
5 Informieren über Fleischprodukte 80    
6 Beurteilen und Zerlegen von Rind   80  
7 Herstellen von Roh- und Kochpökelwaren   60  
8 Herstellen von Kochwurst   60  
9 Herstellen von Brühwurst   80  
10 Herstellen von Rohwurst     80
11 Herstellen von verzehrfertigen Produkten     40
12 Gewinnen von Rohstoffen, Herstellen von Gerichten
und besonderen Fleisch- und Wurstwaren
    100
13 Beraten von Kunden, Planung von Veranstaltungen und
Verpacken von Produkten
    60

Der Berufsschulunterricht gliedert sich in einen berufsbezogenen und einen berufsübergreifenden Lernbereich. Die Fächer des berufsbezogenen Bereichs werden im Stundenumfang mindestens nach den Vorgaben der Rahmenlehrpläne des Kultusministeriums erteilt.

Die Fächer des berufsübergreifenden Bereichs werden in unterschiedlichem Umfang erteilt. Die Richtlinien ermöglichen diesbezüglich einen gewissen Spielraum.

Berufsbezogene Fächer sind:

  • Wirtschafts- und Betriebslehre
  • Betriebsorganisation und Vermarktung
  • Fleischgewinnung
  • Fleischverarbeitung

Berufsübergreifende Fächer sind:

  • Deutsch / Kommunikation
  • Politik
  • Sport
  • Religion

Am Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg wird der berufsbezogene Lernbereich neben Wirtschafts- und Betriebslehre in die Stundenplanfächer: Technologie im Lernfeld (TLF), Technologische Übungen im Lernfeld (TÜLF) und Mathe im Lernfeld (MLF) unterteilt. Die Stundenplanfächer unterscheiden sich also von den Fächerbezeichnungen, die für das Zeugnis vorgesehen sind. Da wir lernfeldbezogen und fächerübergreifend unterrichten, werden die Zeugnisnoten also aus dem erteilten Unterricht nach Lernfeldern gebündelt. Das bedeutet, dass die berufsbezogenen Unterrichtsfächer an den Lernfeldern inhaltlich unterschiedlich intensiv beteiligt sind und sich daraus entsprechend in unterschiedlichen Anteilen die Note ergibt. Die prozentualen Anteile werden jährlich in den Bildungsgangkonferenzen festgelegt, wobei auf den Zeugniskonferenzen auch eine pädagogische Sichtweise eine leicht abweichende Tendenz möglich macht.

Hier eine Übersicht der Zeugnisfächer mit der Zuordnung der Lernfelder und Unterrichtsfächer:

1. Ausbildungsjahr

Zeugnisfächer Stundenplanfächer Zugeordnete Lernfelder
Betriebsorganisation und Vermarktung TLF LF 1, LF 5
TLÜ ---
MLF LF 1, LF 5
Fleischgewinnung TLF LF 2
TLÜ LF 2
MLF LF 2
Fleischverarbeitung TLF LF 3, LF 4
TLÜ LF 3, LF 4
MLF LF 3, LF 4

  2. Ausbildungsjahr

Zeugnisfächer Stundenplanfächer Zugeordnete Lernfelder
Betriebsorganisation und Vermarktung Wird im 2. Ausbildungsjahr nicht erteilt
Fleischgewinnung TLF LF 6
MLF LF 6
TÜLF LF 6
Fleischverarbeitung TLF LF 7, LF 8, LF 9
TLÜ LF 11, LF 12, LF 13
MLF LF 7, LF 8, LF 9

Aus schulorganisatorischen Gründen wird es für sinnvoll gehalten, im Fach „Technologische Übungen in Lernfeld“ die Lernfelder 11-13 in die Mittelstufe vorzuziehen und nach Behandlung aller theoretischen Grundlagen erst in der Oberstufe die Lernfelder  7-9 zu behandeln.

3. Ausbildungsjahr

Zeugnisfächer Stundenplanfächer Zugeordnete Lernfelder
Betriebsorganisation und Vermarktung TLF LF 10
  TLÜ LF 10
  MLF LF 10
Fleischgewinnung

Wird im 3. Ausbildungsjahr nicht erteilt. Auf dem
Abschlusszeugniss erscheint in diesem Fach
die Note aus dem 2. Ausbildungsjahr.

Fleischverarbeitung TLF LF 11, LF 12, LF 13
  MLF LF 11, LF 12, LF 13
  TÜLF LF 11, LF 12, LF 13

Aufgrund der geringen Schülerzahlen bei den Fachverkäuferinnen / Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei, unterrichten wir diese Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr vollständig gemeinsam mit den Auszubildenden des Fleischerhandwerks. Da die Lernfelder und –inhalte identisch sind, ist dies völlig unproblematisch.

Im 2. Ausbildungsjahr unterrichten wir die Auszubildenden Fachverkäufer innen und Fachverkäufer in den Fächern „Technologie“ und „Technologische Übungen“ getrennt von den Auszubildenden Fleischerinnen und Fleischern. Alle anderen Unterrichtsfächer werden beiden Berufsgruppen in einer Klasse gemeinsam erteilt.

Im 3. Ausbildungsjahr werden diese beiden Berufsgruppen bisher vollständig getrennt voneinander  unterrichtet.

Die betriebliche Ausbildung erfolgt nach der Ausbildungsordnung, die bei der Fleischerinnung in der Handwerkskammer Dortmund oder bei der IHK zu Dortmund erhältlich ist.

Informationen zur Begabtenförderung:

Um Auszubildende zu Höchstleistungen anzuspornen sei erwähnt, dass alle unter 25-jährigen Auszubildenden, die ihre Abschlussprüfung mit einem Notendurchschnitt von 1,9 (87 Punkte) oder besser bestanden haben, die Möglichkeit erhalten, sich um Stipendien für weitere fachbezogene berufliche Qualifikationen zu bewerben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt durch die Stiftung Begabtenförderung diese Mittel zur Verfügung, die für eine Stipendiatin / einen Stipendiaten bis zu 7200,- € betragen kann. Dieses Förderprogramm wird von der IHK betreut, welche die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten übernimmt, über die Förderfähigkeit der Weiterbildungsmaßnahmen entscheidet und die förderfähigen Maßnahmebeiträge auszahlt.

Näheres hierzu recherchieren Sie bitte auf der Internetseite der IHK: https://www.ihk-nordwestfalen.de

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