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Und plötzlich bist du alt!

Empathieübung der SHU1 (Unterstufe der Berufsfachschule Sozialhelfer/in) am 09. Februar 2011 im Fach Pflege


… wie fühlt es sich an, wenn man sich nicht mehr so richtig bewegen kann?
… wie fühlt es sich an, wenn man nicht mehr richtig hört?
… wie fühlt es sich an, wenn man wenig oder gar nichts sieht?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat sich die Klasse SHU 1 (Unterstufe der Berufsfachschule Sozialhelfer/in) einem plötzlichen Alterungsprozess unterzogen. Arthrose, Lähmungserscheinungen nach einem Schlaganfall, Gefühlsstörungen in Füßen und Fingern, Hörbeeinträchtigungen, Grauer Star und Blindheit – diese Einschränkungen im Alter wurden zunächst besprochen und die Symptome ausgearbeitet. Anschließend wurde gemeinsam überlegt, wie man solche Beeinträchtigungen nachstellen kann und dann wurde gebastelt: Um die Lähmung eines Armes nachzustellen, wurde dieser an den Körper gebunden, für die Arthrose wurden Gelenke mit Binden und Pflasterstreifen versteift. Gefühlsstörungen lassen sich mit Watte an den Fingern und unter den Füßen nachstellen, Hörbeeinträchtigungen mit Watte in den Ohren. Um einen Grauen Star nachzustellen, wurde Vaseline dünn auf Brillengläser aufgetragen. Ein paar ganz mutige angehende Sozialhelfer haben sich beide Augen mit Augenpflaster verklebt, um ein paar Stunden gar nichts zu sehen.
Welche Schwierigkeiten treten für alte Menschen im Alltag auf?
Dies war die Leitfrage für die Erforschung der Dortmunder Innenstadt. Die angehenden Sozialhelfer überlegten sich konkrete Situationen, in denen sie Schwierigkeiten erwarteten:

  • Wie ist es, blind U-Bahn zu fahren? Woran erkenne ich, wann ich aussteigen muss?
  • Wie finde ich das passende Geld, wenn ich beim Bäcker bezahle? Können meine Finger das Geld greifen?
  • Wie lange kann ich stehen und gehen? Finde ich immer genug Platz, damit ich meine Beine ausstrecken und die Gelenke entlasten kann?

Bei der anschließenden Überprüfung der Situationen stellten sich auch noch ganz andere Schwierigkeiten heraus:

  • Wenn man alles verschwommen sieht, wie beim Grauen Star, dann erkennt man Unebenheiten am Boden nicht und stolpert leicht.
  • Die Menschen gucken komisch, wenn man sich laut unterhält, weil man schlecht hört. Es nervt, wenn man ständig nachfragen muss.
  • Ohne akustische und visuelle Signale ist Kommunikation und Orientierung sehr anstrengend, man wird schnell müde.
Wieder in der Schule angekommen, berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihren Erlebnissen, werteten sie aus und erstellten gemeinsam ein Plakat mit konkreten Handlungsanweisungen für den Umgang mit alten Menschen.
Alle waren sich einig, dass es nun leichter fällt, manch „seltsames“ Verhalten von alten Menschen besser nachvollziehen zu können: „Das war ganz schön anstrengend, und wir waren nur ein paar Stunden alt. Wenn man jetzt auch noch Schmerzen dabei hat !?!“
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