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Eine Kultur-Woche, die nachklingt: In fünf Workshops erprobten die Studierenden der Fachschule Sozialpädagogik des Dortmunder Gisbert-von-Romberg-Berufskollegs im November 2025 eine Woche lang Methoden der kulturellen Bildung für Kita-Kinder. Mit Musik, Literatur, Tanz, bildender Kunst und Theaterpädagogik stand für sie jeden Tag ein anderes Genre auf dem Stundenplan.

Welche unterschiedlichen Wirkungen Percussion-Instrumente wie Glöckchen, Regenmacher, Tischtrommel oder Xylophon erzielen können, das probierten die Studierenden der Klasse eFS25 im ersten Workshop von Anja Witt von der Musikschule Dortmund selbst aus. Anja Witt zeigte ihnen, wie die Instrumente im Kita-Alltag eingesetzt werden können – z. B. als rhythmische Begleitung zu Liedern oder zur Klangvertonung von Geschichten. Mit den Percussion-Instrumenten, die häufig im Elementarbereich eingesetzt werden, können Kinder ihr Gespür für Rhythmus, Melodie und damit auch für Sprache optimal weiterentwickeln.

Karin Dahms ist eine der Dozent:innen, die im Dortmunder U seit vielen Jahren Kunstkurse für Kinder jeden Alters anbieten. Die Studierenden probierten am zweiten Tag in der großen Kunstwerkstatt selbst einige Methoden aus: Sie erstellten einfache Selbstportraits, indem sie auf ein Blatt Papier, das vor das Gesicht gehalten wurde, ihre Konturen abzeichneten. Die angehenden Erzieher:innen malten außerdem mit geschlossenen Augen intuitiv nach Klängen und lernten eine einfache Druckmethode kennen. Einblicke bekamen die Studierenden auch in die Museumspädagogik. Karin Dahms zeigte ihnen im Museum Ostwall im Dortmunder U, wie Kinder sich Kunstwerke selbst erschließen können.

Spielerisch mit Sprache umgehen 

Liebevoll gestaltete und getextete Bilderbücher sind ein Schlüssel, um Kita-Kinder für das Lesen und Schreiben zu begeistern. Die Theaterwissenschaftlerin Andrea Weitkamp vom Jugendliteraturzentrum jugendstil nrw führte den angehenden Erzieher:innen im Literacy-Workshop am dritten Tag vor, wie sie die Geschichten fantasievoll in Szene setzen und für die Kinder zu einem Erlebnis machen können. Die Methoden, die Andrea Weitkamp vorstellte, reichten vom Bilderbuchtheater Kamishibai über das Bilderbuchkino bis hin zur selbst gestalteten Collage zum Buch.

Am darauffolgenden Tag trafen sich die Studierenden im Dortmunder Theater Fletch Bizzel, das für echte Bühnenatmosphäre sorgte. Angeleitet von der Theaterpädagogin Cordula Hein, erprobten die Studierenden dort Methoden, mit denen Kinder, aber auch Erwachsene spielerisch die eigenen Grenzen überwinden können. Diese reichten von der Körperübung über Gruppen-Standbilder bis hin zum selbst inszenierten Mini-Theaterstück. Den Abschluss der Kultur-Woche gestaltete die Tanzpädagogin und Choreographin Birgit Götz. Dort gab es jede Menge Input für Bewegungsspiele zu Musik und Tipps für die Entwicklung eigener Tänze mit Kindern.

Die Studierenden sind von der Kultur-Woche begeistert: "Ich habe so viele Anregungen bekommen, dass ich ganz sicher einiges ausprobieren werde in meinen nächsten Praxisphasen“, so eine der Teilnehmerinnen. "Die Workshop-Woche ist für viele Studierende ein Highlight in der konsekutiven Ausbildung“, sagt Ingo Schwenken, der sich seit vielen Jahren für die kulturelle Bildung an der Fachschule engagiert. Der Lehrer, der auch die eFS25 in diesem Fach unterrichtet, steht im engen Austausch mit vielen Dortmunder Kitas, die einen Kultur-Schwerpunkt haben: "Theaterpädagogische Übungen, Malen, Singen, Tanzen und Musizieren sind für Kinder ideale Aktivitäten, um ihre Gefühle und Ideen auszudrücken und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen. Das kann gerade bei benachteiligten Kindern das Selbstbewusstsein nachhaltig stärken.“ Auch Mareen Thimm, die gemeinsam mit Ingo Schwenken den Kulturschwerpunkt unterrichtet, ist davon überzeugt, dass die Vielfalt der kulturellen Bildung kein Luxus sei, sondern in jede Kita gehöre: „Kulturelle Bildung wirkt ganzheitlich, sie fördert sehr viele Kompetenzen – und sie macht Spaß. Sie kann auch zurückhaltenderen Kindern zu Erfolgserlebnissen verhelfen, die manchmal ein Leben lang positiv nachwirken.“

Text: M. Dieckmann, eFS25

 

 

 

Vom Bilderbuchkino über das Erstellen von Klanggeschichten bis hin zum Mini-Theaterstück: In fünf Workshops lernten die angehenden Erzieher:innen der eFS25 Methoden kennen, mit denen Kita-Kinder die Künste spielerisch entdecken können.

Bilder: privat